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Blablabeere

girl. tired. on my way.

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zwischen ihnen und mir

und ich warte hier

Ich habe dich gestern mit Brot verglichen. Andere Worte fand ich dafür nicht und auch heute finde ich den Vergleich ganz gut.

Wir haben uns unter Umständen getroffen die vieles von Anfang an klärten. In einer Zeit, in der politische Dinge Sprengstoff für Freundschaften sind, tat es gut die Frage weglassen zu können.
Ich kam um zu helfen und Menschen kennen zu lernen. Ich fühlte mich so wohl wie lange nicht mehr. Und dann warst da du. Hast eine positive Wärme ausgestrahlt, warst von Anfang an offen und hast mich angegrinst. Wir haben wenige Worte miteinander gewechselt doch ein Funken Begeisterung sprang zu mir über.

Und dann warst du weg.

Und als ich durch die verdrehtesten Umstände an einem Ort war, an dem ich dich nie erwartet hätte, tauchte dein Gesicht wieder auf.
Fragen über Fragen in meinem Kopf. Und fortan lief ich mit einem Grinsen im Gesicht durch die Straßen.

Ich schrieb dir. Und sofort warst du wieder so locker und offen, so als ob wir uns schon eine Weile kennen würden. Dank sozialen Netzwerken erfuhr ich einiges über dich. Du hast schon so viel gemacht, bist älter als erwartet und in mir setzte sich mehr und mehr deine Persönlichkeit zusammen.

Für mich bist du ein Mensch mit einer ganz neuen Art. Und doch so bekannt.

Ich wollte niemandem von dir erzählen, zu unsicher war ich mir. Das letzte mal, dass ich Liebe (oder so etwas ähnliches) empfand, habe ich ein Jahr gebraucht um es mir einzugestehen. Aber da ich es nicht aushielt und nicht verstehen konnte, erzählte ich L von dir.

Ich erzählte du wärst Brot für jemanden der an Hunger leidet. Umwerfend toll, rettend und erst einmal das Beste was es gibt. Und auch wenn man nicht mehr hungert ist Brot noch etwas feines. Doch es gibt auch noch Nudeln. Nudeln sind meist besser als Brot. Außer du bist das einzig wahre, das beste Brot was ich je essen werde. Doch woher soll ich das jetzt wissen?
Vielleicht bin ich einfach geblendet vom vergangenem Schmerz? Und giere nach Essen, egal welcher Art.

Gerade antwortest du mir nicht, das typische Debakel. Eventuell hat sich schon alles geklärt. Die meisten Fragen in meinem Kopf sind weiterhin unbeantwortet.
Und entweder sie werden für immer bleiben. Oder du beantwortest sie mir. Am besten sofort. Jetzt. Ich bin ungeduldig und will wieder grinsen.

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Mein Dresden

Wenn ich mit einem Schal umschlungen durch die kalten Straßen laufe und die Sonne mein Gesicht wärmt, dann gibt es für mich nichts besseres.
Ich fühle mich wohl in meiner Haut und zwischen diesen Häusern. Mein Herz hängt an dieser Stadt. Dresden.
An der Frauenkirche vorbei, entlang des Fürstenzuges. Jeder Pflasterstein auf den ich trete gibt mir das Gefühl hier richtig zu sein. Ich bin hier aufgewachsen. Meine Eltern haben mir viel gezeigt in dieser Stadt und an jeder Ecke wartet eine Erinnerung auf mich.
Ich sehe in die Gesichter der Anderen. Sie kommen von überall her, machen Fotos oder genießen, wie ich, einfach die Schönheit der alten Gebäude.
Über jeden Einzelnen freue ich mich. Von mir aus soll die ganze Welt teil haben an dieser Stadt.

Manchmal bin ich kurz vorm weinen. Jeden Montag verfolge ich die Geschehnisse auf den Dresdner Straßen. Ich will nicht wissen wer alles mit läuft, zu groß ist die Sorge, dass ich Gesichter wieder erkenne. Ich verstehe sie nicht. Anscheinend haben sie Angst vor Fremden, doch tun sie so furchtlos. Sie rufen ‚Wir sind das Volk!‚ und sind dabei nicht einmal Dresden.

Diese Masse an Menschen, welche immer wieder aus ihren Löchern kriechen, haben ein graues oder eher braunes Tuch über die Stadt geworfen. Viele versuchen dagegen anzukämpfen. Sammeln Geld und Sachspenden. Schenken Zeit. Sie wollen Dresden viel lieber mit den neuen Menschen teilen und ihnen das Ankommen erleichtern.

Ich bin innerlich zerrissen. Mein Bauch ist voller Wut, mein Herz voller Sehnsucht. Diese Stadt bringt mich um den Verstand. Doch ich und viele andere wollen sie nicht aufgeben. Sie soll wieder strahlen, wieder so bunt sein wie früher und die Menschen positiv überraschen.

Mein geliebtes Dresden, ich werde für dich kämpfen. Und ich werde nicht alleine sein.

that’s not a bear

Gestern hast du mir etwas erzählt. Das alleine wäre schon eine Meldung wert, denn wir haben seit Monaten nicht mehr über privates geredet. Aber du hast mir erzählt, dass du gehst.

Du hast mir einmal ein super schnulziges Werbevideo von Australien geschickt. Deinem großen Traum. Du konntest den Text auswendig! Ich kann ihn noch heute. 

Ich sollte erraten wo du hingehst. Doch ich konnte und wollte erst nicht, dazu war ich zu schockiert.

Du hast so sehr davon geträumt. Manchmal hast du dabei vergessen zu antworten. Wir haben Pläne geschmiedet, wie wir weiter miteinander scheiben können. Es entstand der 12h-Zeitunterschiedplan.

Mit meinem Tipp lag ich dann falsch. Australien würde zwar immer noch auf deiner Liste stehen, aber du hast dich entschieden nach Prag zu gehen. In das Land welches ich zuerst ausgeschlossen hatte. Du mochtest die Sprache nicht.

Damals meintest du zu mir ich solle zu französisch wechseln, weil es besser ist als tschechisch. Es ist eins der wenigen Dinge, bei denen ich nicht auf dich gehört habe.

Und auch wenn Prag nebenan ist, musste ich weinen. Denn ich wusste, selbst wenn du nach Australien gegangen wärst, hätten wir unseren Plan nie umgesetzt.

All unsere Pläne haben sich damals zusammen zu einem, unserem Masterplan gefügt. Ich habe ihn aufgegeben. 

Du wirst also bald fort sein. Und ich bleibe hier. Und nichts wird sich ändern, denn geändert hat sich alles schon vor 22 Monaten, oder eher.

Du hast mir gegenüber damals Dinge offenbart, die dich auch als den Schwachen erscheinen lassen. Heute kenne ich dich gar nicht mehr.

Und somit entsteht ein weiter Ort den ich mit dir verbinde. Ich wünsche dir viel Glück. Und bin erleichtert, dass dein Plan, zumindest deinem Facebookprofil nach, nichts mit deiner Irgendwiefreundin zu tun hat.

Und trotzdem ist da noch etwas in mir. Auch wenn du dich wahrscheinlich nicht mehr an all unsere Pläne erinnern wirst.

Meine durchschnittlichen Eltern

Meine Eltern sind sehr aufgeschlossen. Sie sind, würde ich sagen, durchschnittlich und unser Verhältnis für eine intakte Familie ebenso. Ich liebe sie.
Doch in letzter Zeit erlebe ich immer wieder Momente in welchen sie sehr..  Nunja, verständnislos sind.
Es gibt diese tollen Wassersprays, ich habe sie diesen Sommer entdeckt und wollte es ausprobieren. Ich liebe es, vor allem bei der unerträglichen Hitze kann man sich schnell erfrischen. Ich habe es geahnt und es kam auch so. ‚Ich frage lieber nicht.‘, ‚Kannst du nicht einfach ein nasses Handtuch benutzen?‘ oder ‚Das bringt doch eh nichts.‘ Sie haben es nicht ausprobiert,  es ist handlich und ja wohl mein Ding.
Letztens war ich seit langer Zeit mal wieder mit Ihnen einkaufen. Ich mochte ihn schon immer und in den letzten Monaten hat sich er zu meinem favorisierten Getränk entwickelt, der Smoothie. Ich hab mir also ein paar ausgesucht um sie später selber zu bezahlen. Und plötzlich ‚Was ist das denn für Mist?‘, ‚Kannst du nicht etwas anderes suchen, da ist sicher richtig viel Zucker drin!‘. Ich wusste gar nicht was ich sagen soll, sie haben mir früher selber welche gekauft, und es sind gepresste Früchte, kaufe ich mir eine Cola, bekomme ich so etwas nicht zu hören.
Es sind Kleinigkeiten, doch summiert regen sie mich immer wieder auf. Ich mache etwas anders als früher, oder etwas, was sie nicht machen und ernte kritische Blicke.
Das Studium ist ist nun einmal nicht das selbe wie vor 20 Jahren. Meine Freunde und ich kommunizieren heute halt viel über das Handy. Und ja ich habe nicht das Bedürfnis jeden Monat zum Friseur zu gehen.
Es gibt Dinge die ich lieber unterlasse um mir nicht wieder ihre ‚Ratschläge‘ anhören zu müssen.
Ich kaufe mir kein Tofu. Ich gehe nicht joggen. Ich lege mir keine Schreibmaschine zu.
Sind sie wirklich zu alt um verschiedene Sachen zu verstehen oder wollen sie es nicht? Müssen sich Eltern wirklich zu allem äußern was ihre Kinder machen oder dürfen sie verschiedene Dinge auch mal ignorieren?
Ich weiß, sie meinen es gut. Doch mein Leben ist mein Leben. Wenn ich jetzt beschließe eine Woche vegan zu leben, dann lasst mich das doch einmal probieren!
Seit geraumer Zeit plane ich meinen Auszug und dann werde ich all die Pläne durchziehen auf die ich vorher für den Familienfrieden verzichtet habe. Und ich weiß, dass auch dann noch öfter mal überflüssige Ratschläge kommen werden. Doch dann kann ich darüber schmunzeln, denn ich werde nach hause gehen und es trotzdem tun. Sie werden es nicht sehen und wie heißt es so schön ‚Aus den Augen, aus dem Sinn‘.

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